Lehre

Lehrveranstaltungen SoSe 2017

050477  Vorlesung: Fabulieren  

Do, 10:00 – 12:00   HGB 10    Beginn:  27.04.17

Die Vorlesung ist dem Fabulieren gewidmet, das unter ausgewählten historischen und systematischen Aspekten als eine spezifische Weise des Erzählens diskutiert wird. In einem ersten Schritt wird die Vorlesung die gegensätzlichen Einschätzungen und Bewertungen vorstellen, die das Fabulieren erfahren hat: Einerseits wurde es als ein spezifisches Vermögen zur Fiktionsbildung hochgeschätzt, über das vor allem Dichter und Kinder zu verfügen schienen. Andererseits wurde dem Fabulieren eine Geringschätzung entgegengebracht: Es sei ein assoziatives Erzählen, das Prinzipien der chronologischen Ordnung, Kausalität und Kohärenz aufkündige und die Sinnstiftung des Erzählens bedrohe. Vor diesem Hintergrund wird in einem zweiten Schritt gefragt, von welchen Modelle des Erzählens solche Einschätzungen und Bewertungen des Fabulierens getragen werden. Hierzu werden anthropologische, philosophische psychologische und narratologische Konzepte diskutiert, die dem Fabulieren jeweils spezifische Funktionen zuweisen und es gegenüber dem Erzählen abgrenzen. In einem dritten Schritt wird es um die Stellung des Fabulierens in einer Geschichte literarischer Gattungen und Genres (Satire, Märchen, Voyages Imaginaires, Science-Fiction) und um das Verhältnis des Fabulierens zu verschiedenen Erzählverfahren (innerer Monolog, stream of consciousness, erlebte Rede) gehen. Schließlich sollen ausgewählte Beispiele fabulierender Texte untersucht und ihre Verfahren und Strukturen (Variation, Wiederholung, Serialisierung, Reihenbildung usw.) in den Blick genommen werden.

Die Vorlesung behandelt voraussichtlich literarische und theoretische Texte u.a. von Goethe, Jean Paul, Jules Verne, Henri Bergson, Alfred Döblin, Georges Perec, Gilles Deleuze.

Teilnahmeschein durch erfolgreiche Teilnahme an der Abschlussklausur.

 

050512  Hauptseminar: Nacherzählen

Mi, 10:00 – 12:00   ID 03/471    Beginn:  26.04.17

Das Nacherzählen ist eine allgemein verbreitete Kulturtechnik, die bereits im Schulunterricht eingeübt wird. Das Seminar soll die vermeintliche Selbstverständlichkeit des Nacherzählens aus literaturtheoretischer, narratologischer und historischer Perspektive hinterfragen. In einem ersten Schritt sollen Merkmale und Kennzeichen dieser Kulturtechnik bestimmt werden: Was unterscheidet die Nacherzählung von Inhaltsangabe, Zusammenfassung, Kommentar, Besprechung und anderen Formen einer „Literatur auf der zweiten Stufe“ (Genette)? Die typischen Operationen des Nacherzählens sollen dann in einem zweiten Schritt in narratologischer Hinsicht analysiert und insbesondere in den Blick genommen werden, wie das Nacherzählen verschiedener Gattungen und Genres funktioniert und es wie mediale Differenzen überbrückt. In einem dritten Schritt soll schließlich eine kleine Geschichte des Nacherzählens nachgezeichnet werden und das Augenmerk auf Rolle und Funktion des Nacherzählens in verschiedenen Diskursen und Praktiken wie Pädagogik und Psychiatrie, Schulunterricht und Testverfahren gelenkt werden.

Grundlage für einen Teilnahmenachweis ist die aktive Mitarbeit. Einen Leistungsnachweis kann erwerben, wer nach Absprache mit dem Dozenten außer einem Referat eine schriftliche Hausarbeit zu einem Seminarthema anfertigt oder eine mündliche Prüfung absolviert.

Bitte lesen Sie zur Vorbereitung: Gérard Genette, Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1993. Weitere Materialien werden rechtzeitig über die Plattform moodle bereitgestellt.

Die Anzahl der Plätze im Seminar ist beschränkt. Die Anmeldung zum Seminar erfolgt über VSPL; die Zuteilung der Seminarplätze durch das Losverfahren.

 

050483  Grundkurs: Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Di, 8:00 – 11:00   GABF 04/414    Beginn:  25.04.17

Der Grundkurs „Neuere deutsche Literaturwissenschaft“ führt ein in zentrale Gegenstandsbereiche des Faches. An exemplarischen Texten von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart werden die vorgestellten Sachverhalte veranschaulicht; in der anschließenden gemeinsamen Erarbeitung bietet er Studienanfängerinnen und Studienanfängern die Gelegenheit, mündlich (und ggf. schriftlich) eigene Deutungsansätze zu entwickeln und das dazu erforderliche methodische Handwerkszeug zu erlernen: Textbeschreibung und -analyse, Formulieren literaturwissenschaftlicher Fragen und Argumente, poetologische, gattungs- und literaturgeschichtliche Einordnung literarischer Texte, Umgang mit Forschungsliteratur.

Die Modulprüfung im Grundkursmodul „Neuere deutsche Literaturwissenschaft“ besteht aus einer Abschlussklausur am Ende des Semesters. Voraussetzung für die Teilnahme an der Klausur ist die regelmäßige aktive Teilnahme an der Veranstaltung und die erfolgreiche Erbringung kleinerer in der Veranstaltung verlangten Leistungen.

Zur Anschaffung empfohlen wird: Bendikt Jeßing, Ralph Köhnen, Einführung in die Neuere deutsche Literaturwissenschaft, 3., aktualisierte und überarbeitete Auflage Stuttgart: J.B. Metzler, 2012.

 

050530  Kolloquium: Forschungskolloquium zur literarischen Moderne

Do, 14:00 – 16:00   GBCF 05/707    Beginn:  27.04.17

Das Forschungsseminar richtet sich vor allem an Studierende, die eine schriftliche Abschlussarbeit oder eine mündliche Abschlussprüfung zu einem Themengebiet der literarischen Moderne in Angriff genommen haben. Es bietet einerseits Gelegenheit laufende Projekte zu präsentieren und gemeinsam zu diskutieren. Insbesondere dient es dem Austausch der Studierenden. Andererseits dient das Forschungskolloquium zur Diskussion neuerer Forschungen zur Theorie und Geschichte der (literarischen) Moderne. Am Leitfaden von Isabelle Stengers, Cosmospolitiques, 2. Bde, Paris: Éditions La Découverte, 2003 bzw. dies., Cosmopolitics, 2 Bde., Minneapolis, London: University of Minnesota Press, 2010, 2011 wollen wir diskutieren, wie eine „Poetologie des Wissens“ weiter zu entwickeln wäre.

Texte und Materialien für das Kolloquium werden Ihnen rechtzeitig über die Plattform moodle zugänglich gemacht.

Grundlage für einen Teilnahmenachweis ist die aktive Mitarbeit. Leistungsnachweise können nach Absprache mit dem Dozenten erworben werden.

Die Anmeldung zum Forschungskolloquium erfolgt schriftlich per Email. Studierende des Bachelor- und Masterstudiengangs sowie Promovendinnen und Promovenden, die eine entsprechende Prüfungsleistung anstreben, sind herzlich eingeladen, sich schriftlich per Email bis zum 22. April 2017 anzumelden (armin.schaefer@rub.de)

Veranstaltungen von Prof. Armin Schäfer im aktuellen Semester finden Sie im eCampus Portal Ruhr-Universitätvvz.ruhr-uni-bochum.de/…all/eventlist.aspBochum