Prof. Dr. Manfred Eikelmann» Nachwuchsprojekte

Nachwuchsprojekte

Abgeschlossene Projekte

Dr. Silvia Reuvekamp

Sprichwort und Sentenz im narrativen Kontext. Ein Beitrag zur Poetik des höfischen Romans. Berlin/New York 2007. [Dissertation]

 

Dr. Stefan Erlei

'Höfisch' im Mittelhochdeutschen. Die Verwendung eines Programmworts der höfischen Kultur in den deutschsprachigen Texten vor 1300. Frankfurt am Main, Berlin et al. 2010. (Kultur, Wissenschaft, Literatur. Beiträge zur Mittelalterforschung 22) [Dissertation]

 

Dr. Agata Mazurek

Sprichwort im Predigtkontext. Untersuchungen zu lateinischen Prothemata-Sammlungen des 15. Jahrhunderts mit deutschen Sprichwörtern. Mit einer Edition. Berlin/Boston 2014. (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters 142) [Dissertation]

 

Dr. Ineke Heß

Selbstbetrachtung im Kontext hoefischer Liebe: Dialogstruktur und Ich-Konstitution in Hartmanns von Aue 'Klage'. Erscheint 2016. (Philologische Studien und Quellen) [Dissertation]

 
 
Laufende Projekte

Christina Kranz M.A.

Dissertationsprojekt 'Konrad Bollstatters Spruchsammlung als literarisches Spiel. Edition und Kommentar. Eine überlieferungsgeschichtliche und funktionale Untersuchung der Namen und Autoritäten.'

Die Handschrift London, Cod. Add. 16581 der British Library ist nicht nur eine Sammlung von Sprichwörtern und didaktischer Prosa, sondern ein durchkonzipiertes Gesamtwerk für ein exklusives Publikum. Die Handschrift zeigt sowohl inhaltlich als auch in ihrer Ausstattung einen sich wandelnden Autor- und Werkbegriff zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit und der sich weiter ausbreitenden Schriftlichkeit zu Beginn des Buchdrucks. Die Teiledition der Spruchsammlung dieser Handschrift gibt den Weg frei für eine Schreiberpersönlichkeit und einen Themenkomplex, welcher aufgrund einer fehlenden Textausgabe bisher in Forschung und Lehre nicht die Beachtung gefunden hat, die ihm zusteht! Primäres Ziel dieser Arbeit ist es einerseits das von Bollstatter angelegte Gesamtkonzept seiner Spruchsammlung widerzuspiegeln und damit auch den zeitgenössischen Verwendungszusammenhang klar zu machen und andererseits soll ein Text herausgegeben werden, mit dem dann in Forschung und Lehre weitergearbeitet werden kann. Denn die Zusammenstellung der Sprüche und deren Überlieferungszusammenhang ist vielfach diskutiert worden, eine systematische Erarbeitung fehlt aber. Sekundäres Ziel ist es weiterhin ein bisher wenig beachtetes Thema bekannt zu machen, denn Konrad Bollstatter ist als Schreiberpersönlichkeit schon lange bekannt, aber nicht allen seinen Handschriften wurde bisher Beachtung geschenkt.

 

Arne Schumacher M.A.

Dissertationsprojekt 'Untersuchungen zu den spätmittelalterlichen deutschen Übersetzungen der Consolatio Philosophiae des Boethius'.

Die fünf zw. 1460 u. 1480 unabhängig voneinander nach einer "Rezeptionslücke" entstandenen deutschen Übersetzungen der Consolatio Philosophiae des Boethius  ermöglichen einen räumlich, zeitlich und medial klar eingrenzbaren Zugriff auf die Übertragungsmodi eines spätantiken Klassikers in die Volkssprache in einer durch die Pluralisierung der medial sich ausdifferenzierenden Anschlussmöglichkeiten geprägten Zeit. Die Übersetzungen werden mittels verschiedener Techniken (z.B. Paraphrase und Kommentar), und ohne die Möglichkeit des Rückgriffs auf eingespielte Übersetzungstraditionen, verdeutscht und unter Bezugnahme auf bestimmte Parameter (z.B. "Christianisierungsgrad") für bestimmte Verwendungszwecke (z.B. für "Laien") mehr oder weniger stark modifiziert, wobei besonders die Übersetzung Konrad Humerys hinsichtlich der Quantität und Qualität der genutzten texterschließenden Elemente eine komplexe, auf Textbeigaben und Kommentierung beruhende Systematik der Texttransformation zeigt, die seiner Übersetzung ein ganz eigenes Profil verleiht. Die Arbeit versucht die vorfindlichen Übersetzungstechniken zu bestimmen und terminologisch zu fassen, um dann ihre Funktion für die Übersetzung herauszuarbeiten. Dazu soll ein theoretisches Modell zur Anwendung kommen, dass die „Sinnverschiebung“ innerhalb des Transfervorgangs in den Blick nimmt und diesen Prozess als produktive Veränderung versteht. Gedacht ist hierbei auch an die aktuell in größeren Kontexten in Bochum geführte Theoriediskussion zu Transcodierung und Konnexion. Dabei geht es – kurz gesagt – um die Analyse der sich in der Transformation verändernden formalen und inhaltlichen Aspekte eines Mediums (Transcodierung), wobei angenommen wird, dass „metamediale“ Kontexte den Modus der Transformation mitbedingen (Konnexion). Der in der Forschung einschlägige Kulturtransferbegriff kann im Rahmen dieses Ansatzes im vorliegenden Fall dahingehend modifiziert werden, dass seine Begriffsextension auf Phänomene der deskriptiv fassbaren Textebene reduziert wird, ohne dass die Zuschreibung des sich aus dem Transferprozess und den diesen Prozess tangierenden überliterarischen Kontexten ergebenden kulturellen Mehrwerts des Zieltexts aus dem Blick gerät. Fokus und Ziel der Arbeit richten sich dementsprechend auf die Beschreibung der funktionalen Aspekte der individuellen inhaltlichen und formalen Textausstattung unter Berücksichtigung der diese Spezifik beeinflussenden kulturellen Kontexte.

 

Sandra Désirée Theiß M.A.

Dissertationsprojekt