Lehrveranstaltungen

DoktorandInnen-Seminar der Fakultät für Philologie an der Ruhr-Universität Bochum:
„Literatur und ihre Medien, mediale Gebrauchsformen“

(24.–25. September 2014)

Leitung: Prof. Dr. Natalie Binczek, Prof. Dr. Nicola Kaminski, Prof. Dr. Christina Lechtermann

An der Fakultät für Philologie wird vom 24. bis 25. September 2014 ein DoktorandInnen-Seminar zum Thema „Literatur und ihre Medien/Mediale Gebrauchsformen“ stattfinden. In einzelnen Lektüreblöcken werden von den Veranstalterinnen ausgewählte und thematisch relevante Grundlagentexte diskutiert. Vor allem aber dient die Veranstaltung der Präsentation und Diskussion von Dissertationsprojekten, die sich im Spektrum des Seminarthemas befinden. Eingeladen sind alle DoktorandInnen der Fakultät für Philologie der RUB, die sich den medialen Bedingungen und Erscheinungsformen der Literatur seit dem Mittelalter, über die Frühe Neuzeit bis heute widmen und/oder Medien aus der Perspektive ihres Gebrauchs in den Blick nehmen.

Dass sich Literatur, insbesondere auch vor dem Horizont ihrer historischen Entwicklung vor und nach 1800, als ein Ensemble unterschiedlicher Medien bzw. Medientechniken beschreiben lässt, gehört zu inzwischen gut eingebürgerten Grundannahmen literaturwissenschaftlicher Forschung. Danach lässt sich die Geschichte der Literatur auch als eine Geschichte ihrer Medien sowie ihrer jeweiligen Gebrauchsweisen und Nutzungsformen rekonstruieren. Im Fokus stehen dabei die Stimme ebenso wie die Schrift, das Papier, die Schreibwerkzeuge und die Handschrift, aber auch der Buchdruck und die digitalen Textverarbeitungsprogramme. Eine Fülle medientechnischer Voraussetzungen und Agenten ist damit angedeutet, die sich ihrerseits in differenzierten Einzelanalysen entfalten lassen. Rezente literatur- und kulturwissenschaftliche Forschungen zu literarischen Schreibszenen, zu performativen Aspekten des literarischen Vortrags, zum Layout in unterschiedlichen Druckmedien, um nur einige der dominanten Positionen zu nennen, stellen dies eindrücklich unter Beweis.

Einerseits hat sich Literaturwissenschaft der Frage zu stellen, in welcher Weise Medien bzw. Medientechniken die Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur jeweils bestimmen oder bestimmt haben. Indes muss sie stets aufs Neue eine Festlegung des Medienbegriffs vornehmen: als eine Technik oder Funktion, als Materialität, Praxis oder Agentur. Andererseits besteht eine entscheidende Aufgabe der Literaturwissenschaft nach wie vor darin, ‚literarische Texte’ zu lesen. Ob und inwiefern diese auch als Dokumente ihrer jeweiligen medialen Rahmenbedingungen nachvollziehbar sind, bildet einen Schwerpunkt medienwissenschaftlich interessierter Textanalysen. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang jedoch auch die Frage danach, in welchen medialen Aggregatzuständen Literatur überhaupt vorkommt bzw. wahrgenommen wird – als Tagebuch, als Schnipsel, als Zeitungsbeitrag, Ornament, Buch, Display oder Text/Bild-Collage etc. –, womit nicht weniger adressiert ist als der Literaturbegriff selbst.

Das DoktorandInnen-Seminar geht davon aus, dass Literatur stets an Medien und mediale Voraussetzungen gebunden ist. Literatur im a-medialen Zustand kann es nach dieser Auffassung nicht geben. Mehr noch: Nicht nur für das Funktionieren, sondern auch für das jeweilige Verständnis von Literatur ist die Vielfalt ihrer medialen Formen, Bedingungen und Agenten ausschlaggebend. Das DoktorandInnen-Seminar wird sich den hiermit angesprochenen Zusammenhängen widmen. Zur Teilnahme sind alle interessierten DoktorandInnen der Fakultät für Philologie herzlich eingeladen.

Bewerbungen (tabellarischer Lebenslauf, kurze Projektskizze des Dissertationsprojekts – maximal 3 Seiten – sowie eine Publikationsliste, falls vorhanden) werden erbeten bis zum 31. August 2014 per Mail an:

Prof. Dr. Natalie Binczek (natalie.binczek@rub.de)
Prof. Dr. Nicola Kaminski (nicola.kaminski@rub.de)
Prof. Dr. Christina Lechtermann (christina.lechtermann@rub.de)

DoktorandInnen-Seminar2014