Ringvorlesung: Theorien medialer Gebrauchsformen

 

Programm der Ringvorlesung im Wintersemester 14/15

 

29. Oktober 2014
Sandro Zanetti (Universität Zürich): Auslöschen, Durchstreichen, Weglassen. Zur Poetik negativer Produktion.

25. November 2014
Uwe C. Steiner (FU Hagen): Auf's Ohr gedrückt. Akustische Formatierungen zwischen Präsenz und Convenience.

09. Dezember 2014
 Heinz Drügh (Goethe-Universität Frankfurt a.M.): Lies die Cornflakes-Packungen: sie sind genauer.Einkaufen als kulturelle und ästhetische Praktik.

16. Dezember 2014
Christine Weder (ETH Zürich): Fragen stellen.

27. Januar 2015
Heiko Christians (Universität Potsdam): Brauch und Gebrauch – Volkskunde und/oder Medienwissenschaft?

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Programm der Ringvorlesung im Sommersemester 2014:

 

29. April 2014
Peter Risthaus (RUB): Zur Einführung. Diskursive Praktiken, Kulturtechniken oder mediale Gebrauchsformen?

06. Mai 2014
Manfred Schneider (RUB): Papierkorb

27. Mai 2014
Remigius Bunia (FU Berlin): Layouten

03. Juni 2014
Peter Risthaus (RUB): Rausch: Protokollieren/Diktieren

08. Juli 2014
Matthias Thiele (TU Dortmund): Notizen/Notieren

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Programm der Ringvorlesung im Wintersemester 2013/14:

30. Oktober 2013
Natalie Binczek/PeterRisthaus (RUB): Zur Einführung

06. November 2013

Martin Doll (Universität Luxembourg): Fälschen. Zur diskurskritischen Dimension des Täuschens

04. Dezember 2013
Nikolaus Wegmann (Princeton University): Lesegeschwindigkeit. Informationsverarbeitung oder hermeneutische Kunst

18. Dezember 2013
Michael Niehaus (TU Dortmund): Protokollieren

15. Januar 2014
Georg Stanitzek (Universität Siegen): Fußnoten

 

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…Verdaten, Exzerpieren, Verzetteln, Querlesen, Schreddern, Unterschreiben, Diktieren, Blättern, Streichen, Löschen, Auswählen, Abschreiben, Kopieren, Zitieren, Paraphrasieren, Plagiieren, Zusammenfassen, Beschreiben, Berichten, Kommentieren, Vergleichen, Übersetzen, Transkribieren, Lesen, Transferieren, Protokollieren, Notieren, Referieren, Thesen formulieren, Präsentieren, Prüfen, Markieren, Schreiben, Vorlesen, Auswendiglernen, Korrigieren …

Der Umgang mit (literarischen) Texten wird mithilfe einer Fülle von Kulturtechniken reguliert. In der wissenschaftlichen Praxis sprechen wir zumeist von Arbeitstechniken, die zum Teil auf eine lange Tradition zurückblicken, in deren Verlauf sich eine bislang kaum vollständig erfasste, weil unentwegt neue Formen hervorbringende Vielzahl unterschiedlicher Varianten entwickelt und ausdifferenziert hat. Zu Beobachten sind sowohl wechselnde Konjunkturen, als auch das Verschwinden überlieferter wie die Entstehung neuer Techniken. Sie betreffen die Vorbereitung (z.B. Recherchieren), Herstellung (u.a. Schreiben, Diktieren) und Einrichtung (Edieren) eines Textes, ebenso wie den rezeptiven Bereich, in dessen Zusammenhang etwa das Exzerpieren, Zitieren oder Kommentieren fallen, die ihrerseits auch wieder in die Produktion neuer Texte münden können. Deutlich wird daran zum einen, dass diese Techniken insofern für Literatur konstitutiv sind, als sie sie überhaupt erst mit hervorbringen.

Kein Verfasser, Herausgeber oder Leser, der sie nicht – entweder in angemessener oder auch missbräuchlicher Art – zur Anwendung brächte. Damit dienen diese Techniken nicht als bloße Behelfsinstrumente, sie sind vielmehr grundlegend an der produktiven und rezeptiven Konstitution von Texten beteiligt. Zum anderen lässt sich festhalten, dass sie, obgleich voneinander abgrenzbar, dennoch stets ineinandergreifen und sogar auf das engste interagieren. Anhand der Modifikationen, aber auch Kontinuitäten innerhalb der Gebrauchsgeschichte dieser literarischen und literaturwissenschaftlichen Arbeitstechniken, in der sich momentan verschiedene Umbrüche beobachten lassen, können daher auch Aufschlüsse über die jeweiligen Literaturbegriffe gewonnen werden. Nicht zuletzt an diesem Punkt wird die eminente literaturtheoretische Bedeutung des Problemzusammenhangs greifbar.

Die Ringvorlesung, die auf mehrere Semester angelegt ist und aus jeweils fünf Vorlesungen pro Semester besteht, richtet sich an Studierende, die sich für die kulturtechnische Seite der Literatur interessieren. Zusammen mit einschlägigen Forschern und Forscherinnen können Sie ganz neu über die Geschichte und Zukunft jener Arbeitstechniken nachdenken, deren Funktion und Praxis allzu häufig als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Zudem bildet Sie eine sehr gute Ergänzung für all diejenigen, die sich für literaturtheoretische Fragestellungen interessieren. Teilnehmer aus anderen Instituten und Fakultäten sind recht herzlich willkommen. In der Veranstaltung kann ein Teilnahmeschein erworben werden, dazu muss die Vorlesung über zwei Semester hinweg besucht werden. Texte und weiterführende Informationen werden in einem Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt.

 

Programm der Ringvorlesung:

 

30.04.2013: 
Uwe Wirth (Justus Liebig-Universität Gießen): Copy and Paste: Pfropfen, Zitieren, Collagieren.

 

14.05.2013:
Davide Giuriato (Johann Wolfgang Goethe-Universität Franfurt a.M./TU Dortmund): Annotieren und Exzerpieren. Zwei unterschiedliche Lesetechniken?


04.06.2013:
Markus Krajewski (Bauhaus-Universität Weimar): Produktives Verzetteln. Wissenschaftliches Schreiben mit Literaturdatenbanken.

 

11.06.2013:
Monika Schmitz-Emans (Ruhr-Universität Bochum): Wissenschaftliche und poetische Zettelwirtschaft: Exzerpieren als Arbeitstechnik und als literarisches Thema.

 

02.07.2013:
Rembert Hüser (University of Minnesota, Minneapolis): Querlesen. Kafka unterwegs.

 

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