Dr. Daniel Pachurka» Lehrprojekte

Lehrprojekte

SoSe 2022: Mittelalter als/im Beruf – Grundlagen, Orientierung, Perspektiven (gefördert im Programm: Digitales Lernen in der Philologie (DigiPhil)) [= Übung 050444]

stud. Hilfskraft: Quirin Demmler

Aus zahlreichen studentischen Rückmeldungen, persönlicher Erfahrung als auch Gesprächen mit Mediävist:innen innerhalb und außerhalb von universitären Beschäftigungsverhältnissen geht deutlich hervor, dass das Interesse an mediävistischen Inhalten zwar groß ist, jedoch nur selten berufliche Möglichkeiten und praktische Anwendungen der Studieninhalte vorstellbar und/oder bekannt sind oder überhaupt eine fähigkeitsgerechte Selbsteinschätzung der Studierenden vorliegt. Dadurch werden bestehende Berufsperspektiven verstellt, vorhandene Potentiale nicht abgerufen.

An diesem Punkt setzt die Übung an. Im Zuge der wissenschaftlichen Vertiefung mediävistischer Inhalte soll deren Relevanz für Berufsmöglichkeiten herausgearbeitet werden. Dabei stehen digitale Elemente im Zentrum, da in der gegenwärtigen Arbeitswelt für Geisteswissenschaftler:innen z.B. Datenbanken, Internetangebote und grafische Bearbeitungsprogramme stets präsent sind. Die Veranstaltung möchte an ausgewählten Elementen einerseits das ‚Hineindenken‘ in bestimmte Strukturen (z.B. Datenbanken, digitale Corpora) erreichen und andererseits mit praktischen Aufgaben anschlussfähige Grundlagen für die Studierenden herstellen (z.B. digitales Aufbereiten von Handschriften, (Text-)Daten sammeln, Wikis, Recherchieren, Präsentieren, Videos, (populär-)wissenschaftliche Kommunikation). Auf diese Weise kann die fähigkeitsgerechte Selbsteinschätzung der Studierenden präzisiert sowie die berufliche Verwertbarkeit der Inhalte und Fähigkeiten konkretisiert werden. Komplementär sollen die Studierenden eigene Impulse einbringen und die Übung, durchaus kreativ, mitgestalten.

 

Als begleitende Lektüre empfohlen:

Klein, Dorothea: Mittelalter: Lehrbuch Germanistik. 2., aktualisierte Aufl. Stuttgart 2015.

Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik. 9. Aufl. München 2017. [oder geringfügig ältere Auflage]

Wehrli, Max: Literatur im deutschen Mittelalter: Eine poetologische Einführung. Stuttgart 1984. (Reclams Universal-Bibliothek 8038)

 
 
WiSe 2021/22: Lyrikhandschriften  – Materialität, Texte, (digitale) Editionen, Datenbanken (gefördert im Programm: Digitales Lernen in der Philologie (DigiPhil)) [= Proseminar 050453]

stud. Hilfskraft: Quirin Demmler

Ausgehend von den Handschriften, in denen die Lyrik des Mittelalters bewahrt ist, thematisiert das Projekt Fragestellungen, die die Gestalt der Texte (Textkritik, Edition, Fassungen), die Überlieferungsverhältnisse und den wissenschaftlichen Umgang betreffen. Dabei stehen verschiedene Dichter und Gattungen im Fokus. Am Material werden zudem die in der Mediävistik üblichen Methoden eingeübt. Digitale Elemente wie die Nutzung von Datenbanken, Handschriftenabbildungen und digitalen Editionsangeboten spielen eine zentrale Rolle für die Arbeit im Seminar, weswegen die Veranstaltung allein online stattfindet.

In der Veranstaltung sind längere Projektarbeitsphasen in Gruppen geplant (asynchrone Anteile), die über moodle koordiniert und deren Ergebnisse dort präsentiert werden sollen. Die Projektphasen werden durch synchrone Termine bzw. digitale Präsenztermine begleitet. Insbesondere die digitalen Elemente vermögen produktiv einzuwirken und einen fachlich hochwertigen Austausch zu generieren, indem die Digitalisate der Handschriften, Editionsangebote im Internet (z.B. LDM) sowie Informationen aus Datenbanken (z.B. Handschriftencensus) in die Gruppenprojekte und das Seminargespräch unmittelbar eingespeist werden können. Das Ziel der Gruppenarbeiten sind eigene kritische Texte mit Kommentaren und Interpretationen, die zu einem Reader zusammengefasst und im Seminar (ggf. darüber hinaus) verfügbar gemacht werden sollen. Im skizzierten Zuschnitt ist es daher möglich, (editions-)philologische Fragestellungen auf einem zeitgemäßen und qualitativ hohen Standard zu bearbeiten sowie die zugehörigen Methoden zu vermitteln. Die Studierenden arbeiten bereits im Seminar unter Forschungsbedingungen: Beispielsweise vergleichen sie gedruckte Ausgaben mit digitalen Editionen, die Handschriften können sofort einbezogen, eigene Datensätze und kritische Texte direkt erstellt und diskutiert werden.

 

Als einführende Lektüre empfohlen:

Bleuler, Anna Kathrin: Der Codex Manesse: Geschichte, Bilder, Lieder. München 2018. (C.H.Beck Wissen 2882)

Handbuch Minnesang. Hg. von Beate Kellner, Susanne Reichlin und Alexander Rudolph. Berlin/ Boston 2021. [an der RUB als Download verfügbar]