aktuelle Projekte

2018 – 2020: Wirkung sprachlicher Komplexität auf das Textverständnis von physikalischen Sachtexten

Sachtexte sind wichtige Unterrichtsmedien und beeinflussen das Unterrichtsgeschehen und Lernen in Physik und anderen Fächern. Schüler_innen und Lehrkräfte empfinden Sachtexte in Schulbüchern oftmals als sprachlich komplex, unverständlich und unbrauchbar. Entsprechende Schulbuchanalysen belegen eine Stagnation der sprachlichen Komplexität von physikalischen Sachtexten über Jahrgänge hinweg, obwohl eine Anpassung der sprachlichen Komplexität an die sprachlichen Voraussetzungen der Schüler_innen förderlich für das Textverständnis sein könnte. Es liegen jedoch keine eindeutigen empirischen Belege für die Wirkung von einzelnen Merkmalen sprachlicher Komplexität auf das Textverständnis von physikalischen Sachtexten vor. Es könnte z.B. sein, dass das Verstehen eines physikalischen Sachtextes durch seine sprachliche Oberflächenstruktur behindert wird.

In diesem Projekt wird im Rahmen eines Experiments untersucht, ob die Variation der sprachlichen Komplexität, die im Rahmen eines Modells der AG FuS variiert wird, auf das Textverständnis von Schüler_innen wirkt. Hierzu werden physikalische Sachtexte in drei sprachlichen Anforderungsniveaus verfasst und das Textverständnis mittels eines Fragebogens abgefragt. Die Antwortmöglichkeiten des Fragebogens orientieren sich dabei an Verständnisgraden der kognitionspsychologischen Textverständlichkeitsforschung sowie an in einer Vorstudie gewonnenen Antwortoptionen von Schüler_innen.

In der Studie ist der Arbeitsbereich Mehrsprachigkeit Kooperationspartner von Prof. Dr. Dietmar Höttecke (Didaktik der Physik), Universität Hamburg. Mitarbeiter: Timo Hackemann.

(Text Projektbeschreibung zitiert von der Seite Universität Hamburg)


 

An­ge­sichts der Er­kennt­nis, dass die seit je­her be­ste­hen­de He­te­ro­ge­nität der Schüle­rin­nen und Schüler in al­len Schulfächern eine auch für den Lern­pro­zess große Be­deu­tung spielt, ha­ben sich seit Som­mer 2011 re­gelmäßig ver­schie­de­ne Fach­di­dak­ti­ker und Er­zie­hungs­wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­sitäten Ham­burg und Lüne­burg ge­trof­fen. Ziel die­ser Tref­fen war und ist die in­ter­dis­zi­plinäre Un­ter­su­chung des Ein­flus­ses sprach­li­cher He­te­ro­ge­nität auf den schu­li­schen Fach­un­ter­richt in der Se­kun­dar­stu­fe I.

Ent­spre­chend galt es zunächst – und gilt es im­mer wie­der – eine im Rah­men dies­bezügli­cher Theo­rie und Em­pi­rie ba­sier­ter Dis­kus­sio­nen ge­mein­sa­me Sicht­wei­se auf sprach­ba­sier­te Lern­pro­zes­se so­wie dies­bezügli­cher Kom­pe­tenz­mo­del­le zu ent­wi­ckeln.

Hier­zu wur­den ne­ben der in­ten­si­ven Dis­kus­si­on zen­tra­ler Li­te­ra­tur­quel­len, in­ter­na­tio­nal aus­ge­wie­se­ne Ex­per­ten der em­pi­ri­schen Bil­dungs­for­schung zum wis­sen­schaft­li­chen Aus­tausch ein­ge­la­den so­wie ei­ge­ne – teil­wei­se durch Dritt­mit­tel teil­wei­se durch die je­wei­li­gen Uni­ver­sitäten geförder­te – em­pi­ri­sche Stu­di­en durch­geführt.

Ak­tu­ell um­fasst die Grup­pe Wis­sen­schaft­ler aus den Be­rei­chen Deutsch­di­dak­tik, Er­zie­hungs­wis­sen­schaft, Ma­the­ma­tik­di­dak­tik, Mu­sik­di­daktik, Phy­sik­di­dak­tik so­wie Sport­di­dak­tik.

Internetseite der AG Fach und Sprache


 

Fachlernen durch Sprachbildung

Prof. Dr. Lena Heine (Sprachbildung und Mehrsprachigkeit, Germanistisches Institut), in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Nicola Brauch (Didaktik der Geschichte) und Prof. Dr. Heiko Krabbe (Didaktik der Physik)

Traditioneller Sachfachunterricht verwendet zwar Sprache intensiv, betrachtet gezielte Spracharbeit aber nicht als seine eigentliche Aufgabe und ist somit an fachlichen Sachstrukturen und Lernprozessen orientiert. Nicht zuletzt in Folge des schlechten Abschneidens bei internationalen Leistungsvergleichen (TIMS 1996/97, PISA 2001) ist allerdings die Erkenntnis in den Fokus gerückt, dass sich der Erwerb schulisch relevanter Sprachkompetenzen bei einer Vielzahl von SchülerInnen nicht automatisch einstellt, sondern ein eigenständiges didaktisches Lernmoment erfordert.

Im Diskurs um sprachliche Bildung und fachintegrierte Sprachförderung herrscht derzeit noch stark die Sicht vor, dass Spracharbeit im Fach in erster Linie als kompensatorische Maßnahme zum Ausgleich von sprachlichen Defiziten ist und wird häufig auf „Deutsch als Zweitsprache“ reduziert. Dagegen liefert die Forschung bereits eine solide empirische Basis für die Annahme, dass einerseits alle SchülerInnen, unabhängig von ihrem Hintergrund, in fachlichen Kontexten immer auch Spracherwerbsprozesse durchlaufen müssen, weil (Bildungs-)Sprache und die neu zu erwerbenden fachliche Handlungen miteinander korrespondieren; andererseits lässt sich die Annahme herleiten, dass ein Fokus auf sprachliche Form sich begünstigend auf ein inhaltliches Verstehen auswirken kann.

Derzeit wird eine Interventionsstudie vorbereitet, die zum Ziel hat festzustellen, ob Spracharbeit im Fachunterricht sich für das Erreichen von fachlichen Lernzielen nutzen lässt.


 

Immer mehr Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter kommen u.a. aufgrund von Krieg und wirtschaftlichen Krisen in ihren Herkunftsländern nach Deutschland. Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen stehen vor der Herausforderung diese sog. Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger möglichst umgehend in den Regelunterricht zu integrieren und zu fördern. Gleichzeitig existiert bislang kein in der Lehramtsausbildung verankertes Angebot, das auf die spezifischen Potenziale und Bedarfe dieser Zielgruppe vorbereitet.

Gefördert durch: Robert-Bosch-Stiftung
Bewilligungs-Nr. 12.5.D170.0013.0
Projektende: 31.10.2018
Kooperationspartner: Anne-Frank-Realschule Bochum, Goethe-Schule Bochum, Heinrich-von-Kleist-Schule Bochum und Hildegardis-Schule Bochum
Projektseite Bochumer Sprachförderturm


 

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen und Aufgaben im Unterricht mit sprachlich heterogenen Klassen und Lerngruppen werden im Rahmen des Angebots u.a. die Themenfelder rechtliche und psychosoziale Hintergründe von neu zugewanderten Schülerinnen und Schülern, traumasensible Unterrichtsgestaltung, Alphabetisierung, Sprachstandsdiagnostik und Förderplanerstellung, Förderung der vier Teilfertigkeiten und sprachsensibler Fachunterricht behandelt.

Darüber hinaus wird den Teilnehmenden die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und zur Netzwerkarbeit über eine virtuelle Austauschplattform auch über das Programmende hinaus geboten.

Gefördert durch: Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen
Aktenzeichen: 215 – 7.04.01.04.02-129773
Projektende: 30.09.2019
Kooperationspartner: Professional School of Education Ruhr-Universität-Bochum, Akademie der Ruhr-Universität-Bochum
Projektseite Fort- und Weiterbildung für Lehrkräfte DAF/DAZ


 

Das von der Stiftung Mercator geförderte UA Ruhr Projekt „Von der Sprachförderung zur Integration zugewanderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener: Berufsbegleitender Studiengang der Universitätsallianz Ruhr“ hat zum Ziel, auf der Grundlage von Evaluations- und empirischen Forschungsergebnissen ein zielgruppenspezifisches Fort- und Weiterbildungsangebot zu entwickeln und einen Weiterbildungsstudiengang zu etablieren, der von allen drei UA Ruhr Standorten getragen wird. Im Rahmen dieses Angebots erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit vielfältigen Fragen des Unterrichtens und des Lernens von Neu-Zugewanderten Lernerinnen und Lernern auseinanderzusetzen und auf diese Weise Kompetenzen zu entwickeln, die es ihnen ermöglichen, in verschiedenen Lehr- und Lernsituationen in Schule, Erwachsenenbildung und betrieblicher (Aus-)Bildung auf die besonderen Herausforderungen zu reagieren, die im Rahmen des Unterrichtens mit der Gruppe der Neu-Zugewanderten entstehen.

Gefördert durch: Mercator Stiftung
Projektnummer: 16-131
Projektende: 30.06.2021
Kooperationspartner: Professional School of Education Ruhr-Universität Bochum, CERES Center for Religionswissenschaftliche Studien Ruhr-Universität Bochum
Projektseite Berufsbegleitender Studiengang UA Ruhr


 

Das Projekt „Sprachförderung und Transkulturelle Sensibilität in der Lehrerbildung“ möchte Studierende auf die Sprachförderung mit neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen vorbereiten: Insbesondere die Gestaltung der Praxisphase geht über traditionelle Lehr-Lern-Formate hinaus, indem Ansätze der Kulturellen Bildung und der Erlebnis- bzw. Begegnungspädagogik integriert werden. Das Projekt ist es fest in der Lehramtsausbildung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) für Gymnasien und Gesamtschulen verankert. Mit ca. 2.000 Studierenden ist der Studiengang „Master of Education“ der größte Masterstudiengang an der RUB.

Mit dem Projekt werden die Aktivitäten, die zur Entwicklung des Moduls „Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte“ sowie einer Reihe weiterer Projekte im Bereich der Sprachförderung führten, sinnvoll weiterentwickelt und ergänzt.

Gefördert durch: Stifterverband
Projektende: 2019
Kooperationspartner: Professional School of Education Ruhr-Universität Bochum, CERES Center for Religionswissenschaftliche Studien Ruhr-Universität Bochum
Weitere Informationen zu den vom Stifterverband geförderten Teilprojekten finden Sie hier.


 

SPRACHE.TESTEN ist eine fakultäts- und einrichtungsübergreifende Forschungs- und Praxisgruppe, die Kollegen und Kolleginnen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt, die sich mit unterschiedlichen Aspekten des Testens (primär fremdsprachlicher Kompetenzen) in Lehre und Forschung beschäftigen.

Wir organisieren eine Vortragsreihe mit Testexperten aus dem In- und Ausland und treffen uns regelmäßig, um laufende Entwicklungs- und Forschungsprojekte vorzustellen, sowie interessante Untersuchungen aus dem Bereich Testen fremdsprachlicher Kompetenzen zu besprechen.

Kooperationspartner: Seminar für Slavistik / Lotman-Institut der Ruhr-Universität Bochum, Zentrum für Fremdsprachenausbildung der Ruhr-Universität Bochum
Internetseite SPRACHE.TESTEN


 

Promotionsprojekt „Hochschullehre in der sprachlichen Bildung“ (Arbeitstitel)

Das Promotionsprojekt beleuchtet die Hochschullehre im Bereich Deutsch als Zweitsprache und Sprachbildung aus verschiedenen Perspektiven – einerseits aus Sicht der Dozentinnen und Dozenten, deren Blick auf ihre eigene Lehre und die Lehre im Allgemeinen anhand von Interviews erforscht wird. Und andererseits aus Sicht der Studentinnen und Studenten, die Teil eines innovativen Lehrprojekts waren, bei dem der Kompetenzzuwachs im Bereich Deutsch als Zweitsprache in Abhängigkeit verschiedener Seminarformate (100% Anwesenheit, Hybrid, 100% Online) unter die Lupe genommen wurde.

Promovendin: Lisa Otto
zum Porträt


 

Promotionsprojekt „Bildungssprachliche Fähigkeiten von ein- und mehrsprachigen OberstufenschülerInnen im Fachunterricht“ (Arbeitstitel)

Promovendin: Mirka Mainzer-Murrenhoff
zum Porträt

 


 

Psychosoziale Hintergründe von Lernern mit Fluchthintergrund und Implikationen für den DaF-/DaZ-Unterricht (Arbeitstitel)

Promovendin: Verena Cornely Harboe
zum Porträt


 

Netzwerk „Übergänge gestalten – Seiteneinsteiger fördern“

Der Arbeitsbereich Sprachbildung und Mehrsprachigkeit ist Partner im Bochumer-Schul-Netzwerk „Übergänge gestalten – Seiteneinsteiger fördern, das mit einem konstituierenden Workshop am 12. Juni 2017 seine Arbeit aufgenommen hat. Das Netzwerk ist ein Teil des Projektes „Schulen im Team“*. Ziele sind die Weiterentwicklung von Schule und Unterricht und der Ausbau der Kooperation zwischen Grund- und weiterführenden Schulen, um die Gestaltung des Übergangs von der Primar- in die Sekundarstufe zu verbessern.

Im Rahmen des Bochumer Netzwerks „Übergänge gestalten – Seiteneinsteiger fördern“ hat der Arbeitsbereich Sprachbildung und Mehrsprachigkeit im Juli 2017 zu einem Workshop zum Thema „Diagnosekompetenz mit dem Instrument der Profilanalyse entwickeln“ an der Ruhr-Universität Bochum eingeladen. Erfahrenen Praktikerinnen und Praktiker aus Bochumer Schulen konnten im Rahmen des Workshops das Instrument der Profilanalyse kennenlernen und es auf seine Anwendbarkeit in der Praxis insbesondere in der Arbeit mit Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern hin überprüfen.

*„Schulen im Team“ ist ein Projekt der RuhrFutur gGmbH in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, gefördert von der Stiftung Mercator.


 

abgeschlossene Projekte